Mercedes Finanzchef kündigt Anpassung der Strategie an

  • 14 Mrd. Euro in 2024 nur bei Mercedes-Benz Cars was einer Quote von deutlich über 10% entspricht und damit einem ähnlichen Niveau wie auch in München (deren Investitionsobergrenze eigentlich bei unter 10% liegt, aber in diesem Jahr deutlich gerissen wird).

    Genau das meine ich ja, nachdem man eigentlich reduzieren wollte hat man ab 2023 gemerkt (und gesagt) wieder draufzusatteln - einfach weil es im Wettbewerb notwendig ist (2023) und weil man auch wieder bei den Verbrennern aufstocken will (2024) - das war absolut richtig, nur scheint man da ja gerade wieder Abstand von nehmen zu wollen.

    Dass der absolute Betrag alleine nicht aussagekräftig ist ist auch klar, aber 20 effektiv eingesetzte Mrd. sind besser als 10 effektiv eingesetzte Mrd. €, und sie sind vor allem nicht einfach weg wie 20 Mrd. € Dividenden, Ma-Boni und Aktienrückkäufe in 3 Jahren.

    (und auch hier ist klar dass ein Unternehmen dazu da ist Dividenden an die Teilhaber auszuzahlen, es gibt aber eben Zeiten in der es wichtiger ist die Ausgangsposition / die Weichen für die Zukunft zu stellen als die kurzfristige Rendite, gerade um die zukünftigen Dividenden zu sichern)

    2 Mal editiert, zuletzt von Snoubort (29. Oktober 2024 um 00:26)

  • Dass der absolute Betrag alleine nicht aussagekräftig ist ist auch klar, aber 20 effektiv eingesetzte Mrd. sind besser als 10 effektiv eingesetzte Mrd. €, und sie sind vor allem nicht einfach weg wie 20 Mrd. € Dividenden, Ma-Boni und Aktienrückkäufe in 3 Jahren.

    D'accord, mit Ausnahme der Mitarbeiter-Boni. Das ist eine sehr gute Möglichkeit der Mitarbeiter-Motivation und deren Beteiligung am Erfolg (oder Misserfolg) der Firma. Wenns schlecht läuft, gibts halt nix, was der Firma auch Kosten erspart.

    Aktienrückkäufe sind für mich Ausdruck der absoluten Ideenlosigkeit und gehobenen Finanzakrobatik. Das Ergebnis je Aktie wird verbessert, aber das Ergebnis der Firma nicht. Jede "vernünftige" Investition sollte doch für die Zukunft besser sein als Aktien kaufen und einzuziehen (also zu vernichten). Aber im dominierenden Finanzmarkt USA ist Aktienrückkauf ja mindestens genauso wichtig wie die Dividende.

  • Ja, sorry, hab mich da etwas unglücklich ausgedrückt, ich will keinen MB Mitarbeiter an seinen Bonus (allerdings hätte ich schon die Erwartung das sie auch ohne Bonus ihren Job machen sollten ;)). Es geht mir eher darum das es auch hier wichtiger ist sicherzustellen dass diese Boni auch in Zukunft gezahlt werden können als die Werte in einzelnen Jahren auf Kosten der Zukunft zu maximieren.

    driv3r: nur noch mal zur Sicherheit, ich finde eine langfristig erzielbare Rendite von ca. 10% absolut legitim, und mit dem vorhandenen Markennamen / Markenwert bzw. der Historie auch für erzielbar - ich sage nur dass man gerade das mit einer Mini-Max Strategie (die quasi das Gegenteil einer stringenten Strategie ist) höchstens kurzfristig erreicht.

    Da wurden einerseits im x-tausender Bereich je Fahrzeuge Preise erhöht - und jetzt sehen wir Nachlässe im x-tausender Bereich - andererseits überall fühl- und sichtbar im Centbereich Produktionskosten gespart - das hilft nicht.

    Auch build - to stock und Paketpolitik widerspricht „economics of desire“ - dafür brauchen wir möglichst knappe, individuelle, schwer austauschbare Produkte - die Verantwortlichen für den Onlinestore werden ein Lied davon singen können.

    Entweder ziehe ich stringent eine Luxus- oder Desire Strategie durch mit Preisen deutlich über dem Wettbewerb, dann muss ich aber auch substanziell mehr als der Wettbewerb bieten (mehr Qualität, mehr technische Finessen) statt einfach nur mehr Sterne und Bildschirm-Inches. Und wie gesagt, MB hat das Image und die Historie ein solches „Mehr-als-die-Konkurrenz-bieten“ auch glaubwürdig rüberzubringen.

    Oder ich biete Produkte mit der Qualität und dem F&E Invest der Konkurrenz, dann stehe ich aber mitten im Wettbewerb und es wird schwierig langfristig (oder auch schon kurzfristig) höhere Preise verteidigen zu können (egal ob mit zwei oder mit 10 Sternen auf dem Auto).

    Und ich sage dass die Ankündigung von Investitionsreduzierungen in der Phase des Technologiewandels bei Anlegern eher die gegenteilige Wirkung erzeugt die man erreichen möchte - temporäre / einmalige Zusatzaufwände interessieren die ebensowenig wie temporäre Rekorddividenden, sondern die zukünftige Wertbewerbsposition.

    2 Mal editiert, zuletzt von Snoubort (29. Oktober 2024 um 19:07)

  • Meiner zugegeben unmassgeblichen Meinung nach ging es bei der Luxus-Strategie einfach darum, die Marke Mercedes höher zu positionieren: Mehr Umsatz bei gleichem Absatz (zumindest der Kernmodelle C,E, GLC/GLE, minus der A/B-Klasse-Modelle).

    Wenn man wirklich mit weniger Autos mehr Marge machen wollte, hätte man die Kapazitäten parallel zurückfahren müssen- sonst "fressen" Stillstandskosten doch alle Margensteigerungen wieder auf.

    Gruß (und Danke für die freundliche Aufnahme),

    Onkel Hotte

  • Die Jungs von Mercedes-Fans.de haben netterweise den Kommentar der Stuttgarter Nachrichten abgetippt.

    Und man kann den cW-Wert von EQE- und EQS-Limousine besingen so oft man will, den ach so großwüchsigen chinesischen Kunden interessiert das nicht. Der will -zumal in diesem Segment- Platz und nochmal Platz im Fond. Außerdem strahlen EQE und EQS null Prestige aus. Insofern hat Mercedes in Bezug auf den chinesischen Markt klar das Thema verfehlt.

  • Meiner zugegeben unmassgeblichen Meinung nach ging es bei der Luxus-Strategie einfach darum, die Marke Mercedes höher zu positionieren: Mehr Umsatz bei gleichem Absatz (zumindest der Kernmodelle C,E, GLC/GLE, minus der A/B-Klasse-Modelle).

    Das geht nur wenn man die Qualität verbessert:thumbs_up:

    Aber nicht wenn man die Innenräume entfeinert wie im 206er und 236er.

  • Eben, Mini-Max funktioniert nicht (also vielleicht bei Handtaschen, da kenne ich mich nicht aus), und genau das ist dass was jetzt auf die Füße fällt, auch beim 223.

    Wenn man nachhaltig deutlich mehr als die Konkurrenz verlangen will muss man zumindest auch ein klein wenig mehr bieten, etwas mehr dafür investieren.

    Es gibt die Kunden denen die Preise egal sind oder denen nur wichtig ist dass möglichst viele Sterne auf dem Auto zu sehen sind - aber es gibt eben nicht nur die, und sogar im Hochpreissegment gibt es nicht nur die.

    Und es gibt eine Menge Beispiele / Möglichkeiten wie es gelingt mit wenig Mehraufwand den Kunden so richtig das Geld aus der Tasche zu ziehen, aber auch diese Beispiele zeichnen sich in der Regel durch eine gewisse Substanz und vor allem durch ein echtes Verständnis der Kundenbedürfnisse aus.

  • Das geht nur wenn man die Qualität verbessert:thumbs_up:

    Aber nicht wenn man die Innenräume entfeinert wie im 206er und 236er.

    Vielleicht oder hoffentlich ist das der Grund, warum die Mopf mindestens ein Jahr später kommt als erwartet. Beim 206 gibt es im Interieur einiges zu tun, aber das ist ja kein Geheimnis.

  • Vielleicht oder hoffentlich ist das der Grund, warum die Mopf mindestens ein Jahr später kommt als erwartet. Beim 206 gibt es im Interieur einiges zu tun, aber das ist ja kein Geheimnis.

    Hoffentlich - ich habe eher die Sorge dass die Lieferanten von sternförmigen Scheinwerfern und Heckleuchten sowie die vom V-Klasse Grill noch zwei Jahre Vorlauf brauchen (also dass definitiv mehr in den Mopf investiert wird als ursprünglich unter „Electric only“ geplant, der Schwerpunkt aber nicht auf den Punkten liegen wird die ich mir wünschen würde):

    https://jesmb.de/24122/

  • Die Stern förmigen Tagfahrlichter haben einen hohen Wiedererkennungswert, wie man bei den 214er Heckleuchten sehen kann.

    Mir gefallen die Tagfahrlichter auch gut, nur die Rücklichter sind irgendwie etwas murksig. Es sieht so aus, als wäre im Rücklicht anstatt der Sterne die Vorlage für die Sterne eingebaut. Oder klarer ausgedrückt: Anstatt der recht filigranen Sterne vorne ist hinten nur ein Wulst, der innen eine Sternform bildet. Ist aber eine "low hanging fruit" für die Mopf und evtl auch so geplant :smiling_face_with_sunglasses:

  • Die Probleme in Woldsburg sind halt auch viel, viel struktureller. Bei MB müssen einfach Preis und Gegenwert / Erfüllung der Kundenerwartungen wieder besser gematched werden.

    Das "China-Problem" haben aber beide....

    Aber stimmt schon, die Kosten hat Mercedes viel besser im Griff als VW.

  • Die Probleme in Woldsburg sind halt auch viel, viel struktureller. Bei MB müssen einfach Preis und Gegenwert / Erfüllung der Kundenerwartungen wieder besser gematched werden.

    Ohne Agentur Modell wäre es vielleicht sogar einfacher.

    Grundsätzlich muss Mercedes Benz lediglich die hochglänzenden schwarzen Plastikflächen und das Hartplastik reduzieren.

    Fahrwerk: Benchmark, Sitze (zumindest die Multikontour): Benchmark, Licht: Benchmark, Antriebsstrang : Benchmark (insbesondere beim Verbrenner und PHEV),Fahrkomfort: Benchmark,Ambiente Beleuchtung: Benchmark . Da muss man nichts ändern.

    Aktuell haben Sie 2 Optionen, entweder Sie werten die Innenräume auf, dann passt der Preis, oder sie senken den Preis.

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