Mercedes verschiebt Bonuszahlung auf 2027

    • Offizieller Beitrag

    Mercedes-Benz verschärft seinen Sparkurs und verschiebt die tarifliche Sonderzahlung für die Beschäftigten von 2026 auf das Jahr 2027. Die Sonderzahlung beträgt 18,4 Prozent des individuellen regelmäßigen Monatsentgelts. Die Mitarbeiter von Mercedes-Benz wurden heute in einem Schreiben des Vorstands über die geplanten Maßnahmen informiert. Demnach soll die ursprünglich für Juli 2026 erwartete Sonderzahlung erst im kommenden Jahr ausgezahlt werden. Zur Begründung verweist der Vorstand auf „massive Herausforderungen“. Insbesondere die weltweiten Handelsbeschränkungen sowie die schwierige Marktlage in China hätten dazu geführt, dass […]

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  • Das wurde ja die letzten Tage von Ola schon gut vorbereitet… (Kritik am Industriestandort / der Politik in D).

    Da ich viel mit Mittelständlern zu tun habe sehe und kenne ich die aktuellen Herausforderungen bzgl. der Standortkosten in diesem Land - bei MB haben wir aber aktuell eindeutig eher ein Absatz denn ein Kostenproblem - kaum eines in den letzten Jahren eingeführten Fahrzeuge erreicht die angedachten Planzahlen.

  • Das wurde ja die letzten Tage von Ola schon gut vorbereitet… (Kritik am Industriestandort / der Politik in D).

    Da ich viel mit Mittelständlern zu tun habe sehe und kenne ich die aktuellen Herausforderungen bzgl. der Standortkosten in diesem Land - bei MB haben wir aber aktuell eindeutig eher ein Absatz denn ein Kostenproblem - kaum eines in den letzten Jahren eingeführten Fahrzeuge erreicht die angedachten Planzahlen.

    Ich vermute ganz stark dass es auch am Agentur Modell liegt.

    Auch wenn der „Pianolack“ sicherlich auch eine Rolle spielt.

  • Es ist wohl von allem etwas. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass es MB bzw. die Führungsmannschaft schon seit einiger Zeit nicht schafft, Ideen und Produkte zu entwickeln, die den Karren wirklich aus dem Dreck ziehen. Genau das ist aber die Kernaufgabe eines Vorstands. Stattdessen wird gefühlt der Druck auf die Mannschaft immer weiter erhöht. Auch das kann in einigen Jahren böse nach hinten losgehen, spätestens dann, wenn die Ruhestandwelle bei den Boomern Ende der Zwanziger ihren Höhepunkt erreicht. Spätestens danach könnte es auch wieder schwieriger werden, gute Leute zu finden.

  • Es ist wohl von allem etwas. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass es MB bzw. die Führungsmannschaft schon seit einiger Zeit nicht schafft, Ideen und Produkte zu entwickeln, die den Karren wirklich aus dem Dreck ziehen. Genau das ist aber die Kernaufgabe eines Vorstands.

    Genau, Ola gehört mit Sicherheit nicht zu den unsmartestesten, uneloquentesten und unselbstbewusstesten BWLern, aber ihm fehlt einfach jegliches Gespür für die eigene Kundschaft (und die Wirkung seiner Aussagen auf diese, siehe z.B. Taxis, T-Modelle, „Materialkostensenkung“ etc..).

  • Genau, Ola gehört mit Sicherheit nicht zu den unsmartestesten, uneloquentesten und unselbstbewusstesten BWLern, aber ihm fehlt einfach jegliches Gespür für die eigene Kundschaft (und die Wirkung seiner Aussagen auf diese, siehe z.B. Taxis, T-Modelle, „Materialkostensenkung“ etc..).

    Sehe ich genauso. Er wirkt auf mich aber nicht wie ein Leidenschaftlicher Autofreak, der nachts um 3 auf einer Serviette einen V12 mit 8 Gang DSG konstruiert.

    Das können andere sicherlich besser beurteilen.

  • Der könnte genauso gut CEO einer Waschmaschinen oder Möbel Firma sein.

    Volle Zustimmung, Elektrolux oder Ikea, er könnte auch die Lufthansa leiten, dann wäre der Service immerhin besser, allerdings würden die Tischchen wegen dem „Pianolack“ sehr schnell verkratzen.

    SCNR:grinning_squinting_face:

    Er ist sicherlich ein guter Manager aber halt kein Car Guy wie Dr Z.,Bob Lutz, Ferdinand Piëch oder Lee Iacocca.

  • Ich schraube lieber die Produktivität am Standort D rauf als in 2 Jahren zwangsweise verlagern zu müssen oder in 5 Jahren ganze Standorte schließen zu müssen, weil Struktur, Größe, Prozesse und Produktivität gar nicht mehr zusammen passen. Ach halt, dass hat ja gerade heute ein anderer Auto-CEO bekannt geben müssen.

    Im Ernst: Wenn global wachsender Protektionismus, irre wirre Zölle, geschmälertem Kaufverhalten aufgrund irrer neuer Kriege, ein rückläufiger Auto-Markt Nummer 1 bei gleichzeitig einsetzendem veränderten Kaufverhalten und Billig-Preiskampf aufeinander treffen, dann soll die Situation durch ein paar Knöpfe am Lenkrad, richtige Motoren und 5 mehr abgesetzte Autos gelöst werden?
    Anders betrachtet: Es müssten sich Panamera, Cayenne und 911 z.B. in China wie geschnitten Brot verkaufen. Tun sie aber nicht.

    Es ist wohl von allem etwas. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass es MB bzw. die Führungsmannschaft schon seit einiger Zeit nicht schafft, Ideen und Produkte zu entwickeln, die den Karren wirklich aus dem Dreck ziehen. Genau das ist aber die Kernaufgabe eines Vorstands. Stattdessen wird gefühlt der Druck auf die Mannschaft immer weiter erhöht. Auch das kann in einigen Jahren böse nach hinten losgehen, spätestens dann, wenn die Ruhestandwelle bei den Boomern Ende der Zwanziger ihren Höhepunkt erreicht. Spätestens danach könnte es auch wieder schwieriger werden, gute Leute zu finden.

    Der Vorstand soll "den Karren" alleine aus dem Dreck ziehen? Wie? Nach Feierabend in Sindelfingen ein paar S-Klassen zusammenschrauben?Das Beispiel BMW von vergangener Woche zeigt doch wohl sehr eindrucksvoll, dass der immer so gelobte Musterschüler die eben gleichen strukturellen Probleme hat, wie andere anscheinend auch!? Im übrigen hat BMW Jubiläumszahlungen schon in 2024 beginnend in 2027 vollständig einkassiert und das Weihnachtsgeld 2024 und 2025 reduziert. BMW verdient 2024 weniger Geld: Einschnitte beim Weihnachtsgeld und mehr sind die Folge

    Und nein, es wird nicht einfach grob bei den Beschäftigten gekürzt, auch die Führungskräfte tragen ihren Teil dazu bei. "Party isch over" nannte das einmal ein sehr pflichtbewusster Bundesfinanzminister. Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Es sollte einem jeden Kollegen oder Kollegin klar sein, dass es allemal besser ist das eine oder andere Privileg oder Sonderzahlung (ggf. temporär) aufzugeben, wenn damit langfristig ein Erhalt des eigenen Arbeitsplatzes oder Standort möglich ist.
    Was Krawalllösungen und Barrikadenkämpfe für Auswirkungen haben können zeigt sich doch seit Jahrzehnten bei der Lufthansa: Da musste man Tabularasa machen und die Cityline zusperren, weil Arbeitszeitregelungen, Gehälter, Einsatzpläne der Art aus der Zeit gefallen sind, dass man mit dieser Grundlage nicht mehr gewinnbringend operieren konnte in Zeiten von Ryanairs, easyjets und Konsorten. So viel mehr Preispremium zahlt ein Kunde für den Namen Lufthansa leider nicht, wenn eine easyjet 20-50% günstiger im Preis ist für eine ähnliche Leistung. Und der Lufthansa wird es vermutlich nicht helfen, nur Business Plus Super Premium anzubieten, denn dann können die in der Größe um 80% schrumpfen und 80% der Leute nachhause schicken. Was wäre damit für die Mitarbeiter und auch gesellschaftlich und volkswirtschaftlich für den Standort Deutschland gewonnen? Meiner Meinung nach nichts.

    Auf Deutsch gesagt: Ist die Situation schwierig? Ja! Ist sie aussichtslos? Nein! Nichts fährt aktuell so gut vom Hof wie die neuen Modelle: Von A bis S und VLE. In dieser Betrachtung sind sämtliche Entwicklungen losgelöst von China, da der Markt meiner Meinung nach aktuell schwer kalkulierbar geworden ist (Nationalstolz, Preisverfall, Überkapazitäten, hohe Jung-Akademikerarbeitslosigkeit, Immobilienkrise in der viele Kunden aus dem MB-Segment Geld verloren haben).

    Warum dann der ganze Umbau und der Druck? Weil das Geld für die ganze neue Auto-Entwicklung verdient werden muss. Die 14 Mrd. € kommen nicht von allein durch die Türe rein und es werden gerade die Weichen gestellt, dass man auch nach dieser Welle an Neuheiten eine weitere Neuheitenwelle generieren kann. Die Zeiten von just another Mercedes und schmeiß einen V8-Diesel drauf sind (leider) vorbei, wir müssen in einer anderen Welt operien, die wesentlich komplexer ist als zuvor. Und das Beispiel BMW zeigt leider auch, dass ein bisschen mehr V8 und Verbrenner uns vor der grundsätzlichen Situation wirklich nicht bewahrt hätten. Das hätte vermutlich einen halben %-Punkt mehr Marge in dem einen oder anderen Jahr bedeutet, aber es hätte die Welt nicht verändert und auch die heutige Situation nicht. BMW wurde auch nicht durch den M3 touring gerettet, wie es scheint.

    An nur einem Stellhebel ziehen wird langfristig nichts bringen, daher ist es vollkommen richtig, alle Hebel zu bemühen. Zum Abschluss sei noch gesagt: Die Arbeitnehmervertretungen werden in die entsprechenden Diskussionen eingebunden werden, der Vorstand kann bekanntermaßen nicht allein irgendwas entscheiden. Am Ende des Tages hat ein jeder aber auch Möglichkeit (und meines Erachtens auch die Pflicht) Missstände bei Prozessen, Arbeitsbelastungen oder auch Verbesserungen in seinem Bereich vorzutragen und einzufordern.

    Und diese ewige Romantisierung vergangener CEOs... keiner von denen hat (glücklicherweise?) durch das Umfeld navigieren müssen, wie es heute ist und nicht jede Entscheidung dieser CEOs war von wirtschaftlichem (!) Erfolg gekrönt. Bedeutende Aushängeschilder, schön, haben auf den Markenkern eingezahlt, aber es lassen sich fast ebenso viele andere Projekte finden, die totale Grütze waren und viel viel Geld kostet haben: Phaeton, New Beetle, New Scirocco, Audi A2 oder ein i8, 6er GT, 2er GranTourer, die ganzen merkwürdigen MINI Variationen der 2010er-Jahre...

    Ich wünschte mir auch die Welt wäre weiterhin so aufstrebend und einfach. Ist sie leider nicht und es nervt hart, ändert aber nichts daran. Mund abputzen, weiter machen.

  • Der Vorstand soll "den Karren" alleine aus dem Dreck ziehen? Wie? Nach Feierabend in Sindelfingen ein paar S-Klassen zusammenschrauben

    Das bestimmt nicht.

    Aber zum Beispiel die unpraktische Umstellung der Bedienung auf Touch-Only und die Inflation der Bildschirme wurde bestimmt nicht am Vorstand vorbei entschieden.

    Zumindest ersteres wird ja inzwischen wieder langsam rückgängig gemacht.

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