Mercedes erhöht Druck: Werksschließung als Drohkulisse im Streit um Lohnkosten

    • Offizieller Beitrag

    Bei Mercedes-Benz kursiert ein drastisches Szenario: Stimmt der Betriebsrat geplanten Lohnkürzungen nicht zu, will der Konzern – nach Informationen der Wirtschaftswoche – stärker in Osteuropa investieren und im Gegenzug einen deutschen Standort schließen. Welches Werk betroffen wäre, ist offen. Konzern unter wirtschaftlichem Druck Mercedes-Benz kämpft mit sinkenden Erträgen: Im ersten Quartal 2026 fiel der Umsatz um 5 Prozent auf 31,6 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (Ebit) brach um 16,8 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro ein. Schwache Verkaufszahlen in China, gedämpfte […]

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  • Mercedes Benz spielt mit dem Feuer.


    In gewissen Ländern werden die Kunden für einen Ostblock Mercedes Benz nicht die gleichen Preise zahlen wollen wie für einen deutschen Mercedes Benz, insbesondere in den oberen Klassen ist es ein Thema.

    Beim CLA/GLA spielt es keine Rolle.

    Eine S-Klasse aus Ungarn oder der Slowakei kauft man nur mit 10000-20000€ Abschlag.

  • Teils eine verständliche, aber auch miese Vorgehensweise, unterstützt von vielen hörigen Managern rund um OK und dessen Aufsichtsrat.

    Genau das trifft es. Natürlich ist die Produktion in D teuer, aber es liegt eben nur zu weniger als 20% an den Lohnkosten. Wo bleibt der Druck, endlich die Energiekosten in D zu reduzieren, die nirgends in der EU höher sind? Wo bleibt der Druck, die völlig aus dem Ruder gelaufenen Sozialbeiträge zu verringern? Und so könnte man noch eine Weile weiter machen. Aber es ist ja so einfach, die Belegschaft zu erpressen. Außerdem teile ich das Statement von Swissbob , dass bei MB das "Made in Germany" immer noch sehr viel mehr zählt, als das "Made bei Mercedes", von dem man nicht mehr allzu viel hört.

  • Der Stückzahlrückgang der letzten Jahre ist einfach definitiv nicht den deutschen Lohnkosten geschuldet, und die Deutschen Lohnkosten sind auch nicht so hoch dass zusätzlich produzierte Fahrzeuge mehr kosten als einbringen würden.

    Das Problem von MB liegt darin, dass alle neu eingeführten Modelle der letzten Jahre, die ein neu gedachtes Mercedes darstellen sollten, vom Markt nicht angenommen wurden - was letztendlich dazu führt, dass ein seit fast 10 Jahren im Markt befindliches Auto als China-Variante die Situation dort retten soll, man die A-Klasse weiterhin baut, den Taximarkt jetzt doch wieder ganz gerne bedienen möchte etc..

    MB wird keine Zukunftsberechtigung im Elektrozeitalter haben, wenn man die selben Autos, in der selben Art und Weise und an den selben Standorten wie andere baut (unterschieden lediglich durch Sternen- und Inch-Inflationen).

    Die Herausforderungen bei VW schätze ich dagegen als viel grundlegender und kritischer ein.

    Wir haben selbstverständlich ein grundlegendes Problem bzgl. Energie- und Gesamtpersonalkosten sowie dem Krankenstand in D, aber das sind nicht die Krisenursachen für die aktuelle Situation bei MB.

  • Genau das trifft es. Natürlich ist die Produktion in D teuer, aber es liegt eben nur zu weniger als 20% an den Lohnkosten. Wo bleibt der Druck, endlich die Energiekosten in D zu reduzieren, die nirgends in der EU höher sind? Wo bleibt der Druck, die völlig aus dem Ruder gelaufenen Sozialbeiträge zu verringern? Und so könnte man noch eine Weile weiter machen. Aber es ist ja so einfach, die Belegschaft zu erpressen. Außerdem teile ich das Statement von Swissbob , dass bei MB das "Made in Germany" immer noch sehr viel mehr zählt, als das "Made bei Mercedes", von dem man nicht mehr allzu viel hört.

    Eh, der Druck auf die Politik? Also ich bin mir nicht sicher, aber ich habe in den letzten 5 Jahren schon so viel Druck auf diversen Wegen auf die Politik gesehen, wie noch nie zuvor. Sei es über Verbände (VDA, BDI, BDA...) oder von Unternehmen direkt. Doch unterschiedliche politische Couleur widerspricht entweder den Fakten oder ignoriert sie bislang einfach. Stattdessen gibt es bei jedem bisschen vernünftigen Einwand zur Gestaltung von Regulatorik in der EU gleich einen öffentlichen Aufschrei, dass "die böse Industrie" mal wieder irgendwelche Ziele aufweichen möchte oder sich gegen eine Zwangsverbau von einem nervtötend bimmelnden Assistenten sperrt.

    Der Kundenkreis, für den "Made in Germany" im Bereich Automobil noch wahrlich wirklich bares Geld wert ist beschränkt sich auf das aller oberste Segment. Niemand* würde für eine A-Klasse, C-Klasse oder E-Klasse mehr Geld ausgeben nur weil die Sindelfingen gebaut wäre. Und selbst, wenn - wenn nur ein Wettbewerber ein gleichwertiges Fahrzeug billiger im Ausland zusammen gebaut bekommt und damit im Verkauf permanent und dauerhaft unterbieten kann (um Marktanteile zu erzielen, um Verkaufszahlen aufzuhübschen etc.) ist das ein Kampf, den man in der breiten Masse eben nicht nur durch "ein besseres Produkt" gewinnen kann.

    Ein paar weitere interessante Beispiele:

    Gab es keinen Kunden-Aufschrei, dass der gehypte Cayenne Turbo GT aus Bratislava kommt? Hat die Fan-Liebe geendet, weil der neue M2 ein Mexikaner aus San Luis Potosi ist? Und wie viele Kunden kaufen bewusst einen GLC Elektrisch (X540) weil er in Deutschland zusammen gebaut wird aber der BMW iX3 in Ungarn gefertigt wird? Wie viele Kunden wissen überhaupt wo ihr Fahrzeug gefertigt worden ist und auf welcher Hierarchie-Stufe steht "Produktionsort" in der Kaufentscheidung?

    Adidas hat es versucht mit einer Fertigung von High-End-Schuhen in Deutschland und ist gescheitert, Apple hat es versucht mit einer neuen Mac-Fertigung in den USA und ist ebenso gescheitert. Ebenso kaufen wir fröhlich alle paar Jahre ein neues iPhone für sündhaft viel Geld, lieben die hochwertige Verarbeitung, die irgendwo Made in China bzw. Taiwan ist.

    Ja, es ist richtig und massiv wichtig, dass nicht der Ausverkauf der Produktionsstandortes Deutschland beginnt. Aber dazu wird es einer besonderen Anstrengung bedürfen, zu der auch die Mitarbeiter einen Beitrag leisten müssen - weil der Wettbewerb in dem man sich befindet globaler denn je ist.

    *Niemand = (leider) nicht nennenswert viele Personen, die eine Vergabeentscheidung für einen Produktionsstandort maßgeblich beeinflussen würden


    Für mich sind Neuwagen von Mercedes ohnehin kein Thema mehr. Mindestens solange OK noch Chef ist.

    Da bin ich jetzt mal ganz direkt: Das ist wirklich die blödsinnigste Aussage, die ich seit langem gelesen habe. Ich erinnere an dieser Stelle gerne an die Kisten, die einem unter dem Hintern weggerostet sind, an das Debakel der SBC-Bremse, an A-Klassen, die umfallen, an Renault-Motoren mit aufgehübschten Mercedes-Bauteilen.

  • Interessiert die Mehrheit der Käufer wirklich wo die Endmontage der vorgefertigten Zulieferteile erfolgt?


    Ich bleibe dabei, ob der Multi-Kulti-Mensch die Rehau, Bosch, Schaeffler Teile hier oder dort zusammensteckt, ist doch den meisten Käufern unbekannt/unklar oder unwichtig.

    #AMG #WorldsFastestFamily

  • Ich erinnere an dieser Stelle gerne an die Kisten, die einem unter dem Hintern weggerostet sind, an das Debakel der SBC-Bremse, an A-Klassen, die umfallen, an Renault-Motoren mit aufgehübschten Mercedes-Bauteilen.

    Stimmt alles; bloß das Managen der Folgen des desaströsen Elchtests entpuppte sich als Sternstunde insbesondere für Mercedes, aber auch für Bosch und sonst alle, die an ESP 'dranhängen'. Deinen ersten Satz habe ich mal nicht zitiert. :winking_face:

  • Woher auch immer die Infos der WiWo stammen, ist dieses Durchstechen von Interna immer saunervig. Egal von welcher Seite.

    Die anstehenden Gespräche werden schwierig genug, da muß man nicht schon vorher versuchen mit einer Drohkulisse Druck aufzubauen. Ich mag da etwas Oldschool sein, aber wenn etwas Konstruktives dabei rauskommen soll, sollte man sich auf Augenhöhe begegnen.

    Aber, gut, eine Kollision ist auch eine Art von Begegnung...

    Grüße

    Pano

  • Da bin ich jetzt mal ganz direkt: Das ist wirklich die blödsinnigste Aussage, die ich seit langem gelesen habe. Ich erinnere an dieser Stelle gerne an die Kisten, die einem unter dem Hintern weggerostet sind, an das Debakel der SBC-Bremse, an A-Klassen, die umfallen, an Renault-Motoren mit aufgehübschten Mercedes-Bauteilen.

    Danke, du hast mir damit wieder einen Grund mehr gegeben. Scheinbar fruchtet die neue Firmenkultur (Arroganz) langsam auch endlich in den unteren Ebenen. Glücklicherweise haben die Kunden am Ende die Wahl, welche Firma ihnen sympathisch ist. MB mir schon lange nicht mehr.

  • Danke, du hast mir damit wieder einen Grund mehr gegeben. Scheinbar fruchtet die neue Firmenkultur (Arroganz) langsam auch endlich in den unteren Ebenen. Glücklicherweise haben die Kunden am Ende die Wahl, welche Firma ihnen sympathisch ist. MB mir schon lange nicht mehr.

    Eine Kaufentscheidung steht einem jedem frei. Ich empfinde es nur als etwas oberflächlich für die persönliche Kritik an einer Einzelperson die anderen 160.000 Kolleginnen und Kollegen in Geiselhaft zu nehmen und nicht einmal irgendeinen nachvollziehbaren Grund anzuführen.

    Aus ganz persönlicher Erfahrung - und ich meine, das habe ich in diesem Forum auch mehrfach kundgetan - habe ich sowohl beim Anbieter mit dem Stern, als auch mit den Ringen, dem Wappen oder "bayuwarischen Propeller" diverse Erfahrungen in positiver wie auch sehr negativer Art gemacht. Ich bin der letzte, der nicht mehr als selbstkritisch mit bestimmten Entscheidungen im eigenen Hause, wie auch denen in anderen Häusern, umgeht. Aber irgendein pauschalisierender Satz als Fundamentalhaltung ist mir etwas einfach. Vielleicht magst du deine Gründe darlegen, weshalb du meinst, dass ein Auto aus der Ära "Ola" (wie auch immer die deiner Meinung nach definiert sein mag) "unkaufbar" wäre.

  • Glücklicherweise haben die Kunden am Ende die Wahl, welche Firma ihnen sympathisch ist. MB mir schon lange nicht mehr.

    Mercedes als Marke und besonders mein Händler sind mir immer noch sympathisch.

    Nur mit der aktuellen Designlinie, insbesondere mit den immer größer werdenden Grills und Bildschirmen und mit der Kirmesbeleuchtung aussen komme ich nicht so ganz klar.:thinking_face:

    Von der Touch lästigen Bedienung ganz zu schweigen. Aber zumindest hier geht der Trend ja wieder in die richtige Richtung.:thumbs_up:


    PS : "Touch lästigen" , das war die Autotextfunktion. Aber der Begriff passt noch besser.:winking_face:

  • Nur mit der aktuellen Designlinie, insbesondere mit den immer größer werdenden Grills und Bildschirmen und mit der Kirmesbeleuchtung aussen komme ich nicht so ganz klar.:thinking_face:

    siehe hier, 4:36 min, bei einem sonst rundum abgelieferten Vergleichstest:

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  • Genau das trifft es. Natürlich ist die Produktion in D teuer, aber es liegt eben nur zu weniger als 20% an den Lohnkosten. Wo bleibt der Druck, endlich die Energiekosten in D zu reduzieren, die nirgends in der EU höher sind? Wo bleibt der Druck, die völlig aus dem Ruder gelaufenen Sozialbeiträge zu verringern? Und so könnte man noch eine Weile weiter machen. Aber es ist ja so einfach, die Belegschaft zu erpressen. Außerdem teile ich das Statement von Swissbob , dass bei MB das "Made in Germany" immer noch sehr viel mehr zählt, als das "Made bei Mercedes", von dem man nicht mehr allzu viel hört.

    Volle Zustimmung.
    Meines Erachtens sollten die 3 Autokonzerne zusammen nach Berlin gehen und der Politik den Marsch blasen.

    Bezüglich Made in Germany sei gesagt dass es durchaus Länder auf dem Niveau Deutschlands gibt, allerdings beschränkt es sich auf Österreich, Finnland, Niederlande,Belgien und Schweden.

    Der GT 4T wurde bei Valmet gebaut, die Porsche Boxster ebenso, bei Magna stimmt die Qualität und das Image des Standorts ebenso.

    Die USA sind an den Grenze , sie können sehr gute Autos bauen, aber die Amerikaner halten US Autos oft für Schrott , das ist das Problem.

    Die Japaner können ein Lied davon singen.

  • Für mich persönlich ist Mercedes Benz noch immer der Primus inter pares , aber nicht mehr das non plus Ultra.

    So lange sie besser sind als die Konkurrenz bleibe ich beim Stern, aber langfristig erwarte ich mehr.

    Ich bin auch überzeugt dass mehr kommen wird.


    Meines Erachtens braucht es mehr Druck auch von der Händlerseite, die müssen die Produkte verkaufen, und die kennen die Kunden am besten.

    Es gibt nur ein Auto was ich guten Gewissens ohne Schiebedach kaufen würde, und das sind Guard Modelle.

    Apropos da wird mit dem 223er aktuell auch nur ein Fahrzeug angeboten.

  • Stimmt alles; bloß das Managen der Folgen des desaströsen Elchtests entpuppte sich als Sternstunde insbesondere für Mercedes, aber auch für Bosch und sonst alle, die an ESP 'dranhängen'. Deinen ersten Satz habe ich mal nicht zitiert. :winking_face:

    Auch wenn du explizit geschrieben hast, dass das Managen des Elchtests eine Sternstunde war, will ich da trotzdem mal einhaken. Das ganze Szenario spielte sich natürlich weit vor meiner Zeit ab, aber ich hatte noch das Vergnügen mit denen zusammenzuarbeiten, die das ganze er- und durchleben mussten. Die konnten davon lebhaft erzählen, und es war ganz vieles, aber ganz sicher keine Sternstunde.

    [30 Jahre alte Geschichte wieder gelöscht, da mir die daraus abgeleiteten Unterstellungen zu blöd waren]

    Einmal editiert, zuletzt von MBRD_Ingenieur (6. September 2026 um 00:21)

  • Auch wenn du explizit geschrieben hast, dass das Managen des Elchtests eine Sternstunde war, will ich da trotzdem mal einhaken.

    Ausdrücklichen Dank für diese tiefen Einblicke. Davon hatte ich als Außenstehender bis heute nichts mitbekommen. Wenn dem so war, dann kann und will ich Dir nicht im Geringsten widersprechen.

    Ich denke, dass ich in meiner 'Branche' auch schon zu Missbilligendes erlebt habe, wenn auch mit graduellen Unterschieden. Manchmal wird es auch sein Gutes haben, wenn manche Dinge im Haus bleiben. Aber wenn die 'Kippproblematik' der A-Klasse unter den Teppich gekehrt und damit die Gefährdung von Menschenleben billigend in Kauf genommen wurde, kann man eine solche Sauerei nicht beschönigen.

  • Ich denke, dass ich in meiner 'Branche' auch schon zu Missbilligendes erlebt habe, wenn auch mit graduellen Unterschieden. Manchmal wird es auch sein Gutes haben, wenn manche Dinge im Haus bleiben. Aber wenn die 'Kippproblematik' der A-Klasse unter den Teppich gekehrt und damit die Gefährdung von Menschenleben billigend in Kauf genommen wurde, kann man eine solche Sauerei nicht beschönigen.

    Das will ich wahrlich niemandem Unterstellen, zumal ich damals wie gesagt auch nicht dabei war und nur Erzählungen Dritter wiedergebe. Mein Punkt war eher der, dass man unbequeme Wahrheiten nicht hören wollte, und es erstmal vermeintlich einfacher war, die Wahrnungen zu ignorieren. Zumal es aus einer neuen Ecke wie der Simulation kam.

    Ich warne nur davor, die Vergangenheit zu glorifizieren, wo es noch das vermeintlich "echte Mercedes" gegeben hat. Jede Ära hat ihre Probleme und Herausforderungen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich aber sagen, dass sich die Firmenkultur in den letzten zwei Dekaden in den allermeisten Bereichen zum positiven hin entwickelt hat.

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