Mercedes-Manager Schiebe erhöht Druck auf zwei Standorte

    • Offizieller Beitrag

    Ein Werk reicht offenbar nicht mehr. Im eskalierenden Machtkampf zwischen Mercedes-Benz und seiner Belegschaft hat Produktionsvorstand Michael Schiebe die Drohkulisse nun ausgeweitet – und rückt damit gleich zwei Standort-Kategorien ins Fadenkreuz: ein komplettes Fertigungswerk und die Zulieferbetriebe dahinter. Was als knallharte Verhandlungstaktik verkauft wird, nennen Insider offen „Erpressung“. Der Trumpf in der Hinterhand: Ungarn Der Hebel, mit dem Schiebe operiert, sitzt 900 Kilometer östlich von Stuttgart. Mitte Juli verdoppelte Mercedes die Kapazität seines Werks im ungarischen Kecskemét auf 400.000 Fahrzeuge […]

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  • Zunächst einmal, auch mit 10% mehr Arbeitszeit fürs selbe Geld würden MB Mitarbeiter weiterhin überdurchschnittlich gute Stundensätze verdienen, ich sehe hier also nicht unbedingt ein Problem vom ausgebeuteten Mitarbeiter... Eine gewisse Normalisierung hier (ohne Kaufkraftverlust) kann sich auch durchaus positiv auf das wirtschaftliche Umfeld (Mittelstand) auswirken.

    Ich verstehe nur die Argumentationskette einfach nicht:

    Das aktuelle Kernproblem sind 30% Rückgang in China (nach dem auch das Vorjahr schon stark eingebrochen war) - es hat doch nichts mit der Auslastung und der Rentabilität von deutschen Werken zu tun, wenn der in China für China produzierte CLA nicht ankommt!?

    Und soweit ich das verstehe soll die Arbeitszeitanpassung für alle (Tarif!?) Mitarbeiter in D in allen Bereichen und Standorten gelten - aus der vielbeschworenen Solidarität oder warum? Wie hoch ist den die Personalkostenquote überhaupt noch in den Produktionsbereichen?

    Auch mathematisch finde ich es beeindruckend, dass mit einer rund 10%igen Arbeitszeitanpassung 83% Kostennachteil wegdiskutiert werden sollen... (oder anders ausgedrückt, bei der nächsten Produktionsausschreibung ist Rastatt dann konkurrenzfähig!?). Ich denke das Thema Rastatt ist völlig unabhängig von dieser Diskussion endlich.

  • Ich will sagen: ich hätte volles Verständnis dafür, wenn sich das MB Management zusammen mit dem Aufsichtsrat hinstellen und argumentieren würde, dass man sich angesichts des verändernderen Marktumfeldes das Bezahlen von absolut überdurchschnittlichen Gehältern bzw. Gehaltsbedingungen nicht mehr wird leisten können - aber diese hier jetzt vorgetragenen Drohungen von Werksschließungen und öffentlich gemachten Kostenvergleichen (die auch nicht das ganze Bild zeigen), halte ich für absolut unterste Schublade - speziell wenn das Management selbst die letzten Jahre zumindest nicht die glücklichste Hand bei den strategischen Entscheidungen gezeigt hatte. Punkt

  • Ich hätte vollstes Verständnis, wenn die Arbeitnehmer darauf hinweisen würden, dass die Arbeitskosten für Vorstände in Rumänien und Ungarn XX% niedriger sind als in Deutschland.

    Auf Konfrontation zu gehen, weil mans halt gerade kann, ist wirklich unterste Schublade. Man sieht sich immer zweimal, aber beim zweiten Mal ist die aktuelle "Führung" wohl eh schon mit Abfindung im Urlaub.

  • Die Vorstände und wohl auch der AR sind schlecht beraten wenn sie weiterhin auf Konfronationskurs gehen, weil es die anstehenden bzw begonnen Verhandlungen unnötig erschwert. BR und IG Metall haben sich dazu bereits positioniert. Zuletzt gestern mit dem bundesweiten Aktionstag. In Sindelfingen sollen 20.000 Mitarbeitende demonstriert haben.

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unt…rcedes-100.html

    Ab 7. Oktober stehen die Tarifverhandlungen in der Elektro- und Metallindustrie an. Das wird diesmal wohl schwieriger und evtl krawalliger als beim letzten Mal.

    Grüße

    Pano

  • verfahrene Sache... ob die Schuld immer auf einer Seite ist?
    Für mich beginnt das Problem bei der IGM. Tausende Mitarbeiter stehen wieder vor den Werkstoren, wieder mobilisiert von der roten Gewerkschaft und ihren Betriebsräten und weiterhin schön das Motto: Beiße fest in die Hand, die mich seit jahrzehnten sehr gut fütterte.
    Jahrzehntelang, weniger Stunden, mehr Freizeitausgleich, mehr Lohn+ ein ständiges nehmen (Blutsauger!!!) und ja nicht in Berlin (oder Brüssel) vor der Tür stehen.
    Sorry für euch Betroffene. Die Situation um die (persönliche) Zukunft ist shit. auch die Situation um den Standort D ist shit. dennoch wäre es auch mal ein friedliches Zeichen von zurück geben.

    PS. ebenfalls Großindustrie im 2stelligen Milliardenbereich, völlig andere Sparte. Gewerkschaft (verschiedene je Standort, Metall, Chemie, LogistK) regulär zw 35, 37,5, 39 Std. Doch "wir 37,5 Std" sind seit langer Zeit, Konzern- bzw auch mit Standortvereinbarungen bei 40h mit bei vollster BR Unterstützung, was uns vor 10 Jahren schon einen rießigen Image Gewinn und Invest Vorteil (auch in der angegliederten Logistiksparte) erbrachte und unsere internen Wettbewerber sitzen ebenfalls in Ungarn (und Tschechien und Türkei).

    EDIT. und am Ende sitzt nicht IGM, BR, Arbeiter am längeren Hebel... und am langsamen umverlagern ins Ausland

    #AMG #WorldsFastestFamily

  • Meines Erachtens gehört der Mini g nach Raststatt.

    Das würde auch dem Werk gut tun.

    Um die Werke zukünftig besser auslasten zu können, empfehle ich ausgerechnet einen Blick nach Wolfsburg.

    Beim ID Polo haben sich die Granden im Wolfsburger Elfenbeinturm dazu bequemt mal das zu bauen,was die Kunden wollen.

    Das Ergebnis sind enorme Lieferfristen, weil sich das Auto wie blöd verkauft.

    Gute Materialen, physische Tasten am Lenkrad und für die Klimaanlage. Dazu ein gefälliges Design ohne Experimente.

    Ich kritisiere nur das fixe Glasdach, welches man aber zum Glück weglassen kann.

    Wie man bereits beim GLC53 oder dem W206 Mopf, oder auch 223 Mopf oder dem GLC Elektrisch sieht, wird man als Kunde auch wieder ernst genommen.


    Jetzt braucht es Geduld bis die neuen Modelle überall auf dem Markt sind, danach passt auch die Auslastung wieder.


    C‘est le ton qui fait la musique, und daran hapert es seitens Schiebe gerade.

  • Der Vorstand bleibt seiner Linie der letzten Monate immerhin konsequent treu, nur dass immer mal wieder jemand anders aus der Runde den "Bad Guy" Part übernimmt, jetzt eben Schiebe. Alle haben Schuld - China, Mitarbeitende, "die Politik", und überhaupt die Umstände - nur man selbst nicht. Drohungen, Zumutungen, draufschlagen, eskalieren, das ist gefühlt alles, was da überhaupt noch kommt. Aber das Image ist durch die zahlreichen gescheiterten Ideen der letzten Jahre ja sowieso schon ruiniert, also was soll's.

    Es wurde schon so viel zu mangelnder Führung, schlechten Produkten, gescheiterten "Strategien" und anderen Fehlern geschrieben, dass ich es jetzt lasse. Aber nur, wenn man alles betrachtet, ergibt sich ein komplettes Bild. Die Verkürzung auf die Mitarbeitenden ist für mich auch ein Eingeständnis, dass man selbst keine anderen Ideen hat und nicht bereit ist, Verantwortung für die Situation zu übernehmen und Konsequenzen zu ziehen, denn diese ist nur in Teilen nicht-beeinflussbaren Umständen geschuldet.

  • Wie Swissbob geschrieben hat- "Der Ton macht die Musik" Und da hat der Vorstand eskaliert. Wenn es um nur um eine (schnelle) Lösung geht, ist sowas kontraproduktiv. Dann kommen Warnstreiks, Trillerpfeiffen, heiser schreiende Gewerkschaftler...die ganze Folklore halt. Bei meinem Arbeitgeber gab es auch grösseren Personalabbau, aber der wurde so gehandhabt, das intern gesprochen wurde, nicht über die Medien. Wäre eigentlich Sache des AR-Vorsitzenden, da den Ton zu setzen und v.a. zu vermitteln, aber dafür ist Herr Brudermüller bislang eher nicht bekannt.

  • Der Ast auf dem man sitzt, die Hand, die einen (jahrzehntelang!) sehr gut fütterte, den Mund, den man nicht voll genug bekommen kann ... und das alles auch noch unterfüttert mit teils waghalsigen und auch falschen Zusammenhängen.

    Man beschwört einen Klassenkampf (?), während man in der Industrie und darüber hinaus weiterhin zu den Top-Verdienern gehört. Man beschwört absolute Kompromisslosigkeit, während man gleichzeitig einräumt, dass "China ein Problem" sei. Ja was denn nun?

    Ich halte und habe es immer für absolut unwürdig (und im übrigen auch nachhaltig schädlich!) gehalten, Unterschiede, statt gemeinsame Interessen heraufzubeschwören. In eine Diskussion wer jetzt den ersten Stein geworfen hat mag ich nicht einsteigen, als Fakt darf mit Sicherheit gelten: Welche Optionen hat ein Management den vom BR und IGM "gebürsteten" Mitarbeitern entgegen zu treten, wenn einem jeder Fakt als Falschaussage abgesprochen wird? Am lustigsten ist die Aussage, dass Management hätte sich in den letzten Jahren die Taschen voll gemacht. Wer hat noch mal in den letzten 5 Jahren in Summe fast 30.000€ pro Person (!) an Sonderzahlung erhalten? Ach ja, die Tarifmitarbeiter in Deutschland! Nehmen gerne, geben nicht. Das ist also das Verständnis von Sozialpartnerschaft?

    Meine Frage angesichts der oben stehenden Kommentare ist: Angenommen, da stellt sich der Vorstand hin und sagt: "Es gab strategische Fehlentscheidungen, die auch viel Geld gekostet haben." - Was ändert das an der aktuellen Lage und den Problemen!? Was bräuchte zum jetzigen Zeitpunkt neues Vorstands-Personal? Bringt neues Personal von zuhause 5 Mrd. Euro frisches Cash mit? Bringt neues Personal auf einmal den Problem-Löser für Dumping-China, USA-Zölle und EU-Vorschriften-Wahn mit?

    Es wird hier doch eine retrospektive Jammer-Diskussion geführt, die überhaupt gar nichts zur Lösung der jetzigen und zukünftigen Herausforderungen beiträgt!

    Meine ganz klare Haltung ist: Wer seinen Arbeitsplatz im Neckartal, am Rhein, in Berlin oder an der Weser auch noch in 10, 15 oder 20 Jahren haben möchte, der sollte ganz klar ein Interesse daran haben, dass bei identischem Lohn ein, zwei oder drei Stunden Mehrarbeit pro Woche der wohl allergeringste Aufwand sind um im eigenen Interesse seinen Arbeitsplatz zu wahren!

    PS: Solche Klick-Bait-Artikel, weil es gerade opportun scheint, tragen zu einer sinnfreien Spaltung weiter bei.

  • Meine Frage angesichts der oben stehenden Kommentare ist: Angenommen, da stellt sich der Vorstand hin und sagt: "Es gab strategische Fehlentscheidungen, die auch viel Geld gekostet haben." - Was ändert das an der aktuellen Lage und den Problemen!? Was bräuchte zum jetzigen Zeitpunkt neues Vorstands-Personal? Bringt neues Personal von zuhause 5 Mrd. Euro frisches Cash mit? Bringt neues Personal auf einmal den Problem-Löser für Dumping-China, USA-Zölle und EU-Vorschriften-Wahn mit?

    5 Mrd. € wird es nicht bringen, aber etwas mehr Offenheit, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit in der Diskussion schon.

  • Ich glaube es würde allen Beteiligten gut tun, wenn man verbal abrüsten würde.

    Je geräuschloser das Ganze über die Bühne geht desto besser.:thumbs_up:

    Ein weiterer Punkt ist die öffentliche Wahrnehmung, wenn man als Vorstand auf einen Teil der Bonis verzichtet, spielt es zwar in der Bilanz keine Rolle, aber man erhält im Gegenzug sehr viel Goodwill von der Belegschaft und auch von der Öffentlichkeit.

    Der Vorstand geht mit gutem Beispiel voran, wir ( die Belegschaft) stehen hinter ihm und unterstützen Ihn ebenfalls so gut wir können.

    Auch andere Hersteller haben zugegeben, dass die aktuelle Situation die Folge von Fehlentwicklungen ist, und weil man deswegen teilweise die falschen Entscheidungen getroffen hat.

    Allerdings wusste man es damals schlicht nicht besser. Das mea culpa hilft dabei wieder Vertrauen aufzubauen.

    Man muss wieder längerfristig denken, nicht nur von Quartal zu Quartal.

    Wenn man jetzt die Kapazitäten zu stark zusammenstreicht, läuft man Gefahr, dass die Lieferfrist durch die Decke geht sobald ein neues Modell wieder richtig zündet.

    Und ich bin überzeugt dass wir das sehr bald wieder erleben werden.

  • Einspruch, das ist überhaupt keine Jammer-Diskussion sondern ist eine konstruktive. Wie man es besser machen könnte mit dem Verhandeln und Lösungsfinden zwischen AN und AG. Der Ton macht die Musik, besser als Swissbob kann man es nicht zusammenfassen. Von mir aus auch Spieltheorie.

    Ich finde es auch populistisch und sinnlos, Personalwechsel im Vorstand zu fordern als Allheilmittel, aber man führt nunmal durch Verhalten und Vorbild.

  • Es wurden ja kürzlich mehrere Posten neu belegt, und sowohl Jörg Burzer als auch Mathias Geisen machen einen hervorragenden Eindruck.

    Wir sollten Ihnen auch die Zeit lassen Ihre Ideen umzusetzen.

    Bei jedem Interview konnte man bereits spüren welche Leidenschaft sie für die Marke haben.

  • Die Konfrontation und Eskalation erfolgt von beiden Seiten, und das schadet allen - volle Zustimmung. Aber was vergibt sich ein Vorstande, wenn er endlich sagen würde: "Ja, wir haben Fehler gemacht, die zur derzeitigen Situation mit beigetragen haben. Die äußeren Umstände haben ebenfalls dazu beigetragen. Wir müssen gemeinsam versuchen, da wieder raus zu kommen, weil wir sonst alle darunter leiden. Wir gehen als Vorstand mit gutem Beispiel voran und verzichten auf ... Wir erwarten, dass auch die Beschäftigten Opfer bringen und werden das gemeinsam mit BR und IGM besprechen." Stattdessen gibt es einen Wettlauf darum, wer am meisten Öl ins Feuer gießt.

    Wieder einmal zeigt sich, dass es sehr leicht ist, bei schönem Wetter unterwegs zu sein, und wie schwierig das im Sturm ist. Gerade dann allerdings muss die Führungscrew besonders zeigen, was sie drauf hat. Tut sie das, geht die Mannschaft mit, so wie wir das nach Amtsantritt von Zetsche als CEO gemacht haben. Aber wenn kreative, gute Führung fehlt, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Mannschaft meutert.

  • Die Konfrontation und Eskalation erfolgt von beiden Seiten, und das schadet allen - volle Zustimmung. Aber was vergibt sich ein Vorstande, wenn er endlich sagen würde: "Ja, wir haben Fehler gemacht, die zur derzeitigen Situation mit beigetragen haben. Die äußeren Umstände haben ebenfalls dazu beigetragen. Wir müssen gemeinsam versuchen, da wieder raus zu kommen, weil wir sonst alle darunter leiden. Wir gehen als Vorstand mit gutem Beispiel voran und verzichten auf ... Wir erwarten, dass auch die Beschäftigten Opfer bringen und werden das gemeinsam mit BR und IGM besprechen." Stattdessen gibt es einen Wettlauf darum, wer am meisten Öl ins Feuer gießt.

    Wieder einmal zeigt sich, dass es sehr leicht ist, bei schönem Wetter unterwegs zu sein, und wie schwierig das im Sturm ist. Gerade dann allerdings muss die Führungscrew besonders zeigen, was sie drauf hat. Tut sie das, geht die Mannschaft mit, so wie wir das nach Amtsantritt von Zetsche als CEO gemacht haben. Aber wenn kreative, gute Führung fehlt, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Mannschaft meutert.

    Perfekt zusammengefasst. :thumbs_up:

  • Es wurde hier im Thread gefragt, was es bringen soll, wenn der Vorstand eigene Fehler einräumt. Das würde eine Grundlage schaffen, die es dringend bräuchte. Fehler machen wir alle, kleinere, größere und auch riesen Fehler. Kein Problem, aber man kann doch nur mit jemandem weitermachen ob privat oder beruflich der auch einfach mal offen und ehrlich zu seinen Fehlern stehen kann. Das ist doch wirklich das mindeste, das man erwarten kann.

  • Der Ast auf dem man sitzt, die Hand, die einen (jahrzehntelang!) sehr gut fütterte, den Mund, den man nicht voll genug bekommen kann ... und das alles auch noch unterfüttert mit teils waghalsigen und auch falschen Zusammenhängen.

    Man beschwört einen Klassenkampf (?), während man in der Industrie und darüber hinaus weiterhin zu den Top-Verdienern gehört. Man beschwört absolute Kompromisslosigkeit, während man gleichzeitig einräumt, dass "China ein Problem" sei. Ja was denn nun?

    ....

    Es wird hier doch eine retrospektive Jammer-Diskussion geführt, die überhaupt gar nichts zur Lösung der jetzigen und zukünftigen Herausforderungen beiträgt!

    Meine ganz klare Haltung ist: Wer seinen Arbeitsplatz im Neckartal, am Rhein, in Berlin oder an der Weser auch noch in 10, 15 oder 20 Jahren haben möchte, der sollte ganz klar ein Interesse daran haben, dass bei identischem Lohn ein, zwei oder drei Stunden Mehrarbeit pro Woche der wohl allergeringste Aufwand sind um im eigenen Interesse seinen Arbeitsplatz zu wahren!

    Ich habe das oben schon so geschrieben, natürlich muss sich niemand über menschenunwürdige Arbeitsverhältnisse bei MB beschweren, und natürlich ist das Wettbewerbs- und Marktumfeld heute (und bald) ein anders als noch vor ein paar Jahren - eine gewisse (notwendige) Anpassung an Realitäten ist kein Klassenkampf.

    Zitat

    Ich will sagen: ich hätte volles Verständnis dafür, wenn sich das MB Management zusammen mit dem Aufsichtsrat hinstellen und argumentieren würde, dass man sich angesichts des verändernderen Marktumfeldes das Bezahlen von absolut überdurchschnittlichen Gehältern bzw. Gehaltsbedingungen nicht mehr wird leisten können - aber diese hier jetzt vorgetragenen Drohungen von Werksschließungen und öffentlich gemachten Kostenvergleichen (die auch nicht das ganze Bild zeigen), halte ich für absolut unterste Schublade - speziell wenn das Management selbst die letzten Jahre zumindest nicht die glücklichste Hand bei den strategischen Entscheidungen gezeigt hatte. Punkt

    Aber, das kann man intern und leiser klären. Die kommunikative Aktivität ging hier eindeutig nicht von Seite der Gewerkschaften / Betriebsrat los, sondern vom Management, dosiert zunächst eher in Nebensätzen, dann immer lauter - und wenn man da sich Kooperation und das Annahmen von Realitäten erwünscht spielt es sehr wohl eine Rolle wie man dies vorträgt, und wie man sich zu eigenen Fehleinschätzungen stellt.

    Es ist etwas ganz Anderes zu kommunizieren, dass man im schweren Fahrwasser unterwegs ist und zur Sicherung von der Unternehmens- und von Arbeitsplatzzukunft eine höhere Flexibilität (auch vom BR) benötigt, als vorweg mit Werkschließungen zu drohen und einen plakativen (und plumpen) Kostennachteil mit dem Zeigerfinger vorzuführen.

    Nochmal, die Salesrückgänge in China haben wirklich keinerlei Einfluss auf (und keine Ursache in der) Rentabilität des Standortes Rastatt.

  • sitzt im Mercedes Aufsichtsrat kein BR Vertreter, kein IGM Vertreter?

    Bei VW haben die besagten sehr überraschend in den Medien getan und dass man jetzt erst recht usw. dabei ist das Gremium voll in der Entwicklung der Situation im Bilde gewesen, kennt/kannte Zahlen und Business Situationen.

    Diese Situation, die Business Entwicklung, mögliche Produktionsverlagerung sind Strategien und keine über die Nacht Entscheidungen des obersten Managements. Auch hier erfolgt ein Abklopfen hinter verschlossenen Türen mit verschiedenen Beteiligten, was ist wie und wann machbar.


    Immer wieder interessant, wie sich einige Interessenvertreter überrascht hinstellen. Aber gut, das kennt man mittlerweile auch zu gut aus der Politik.

    #AMG #WorldsFastestFamily

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