ich denke, sowas muss auch live gefühlt werden, um ein abschließendes urteil zu fällen.
eventuell ist es auch sinnvoll, in der kommunikation nicht immer von einer lederalternative zu sprechen, weil das bei vielen (zurecht) direkt eine grundsätzliche diskussion auslöst.
wenn ich mein restaurant explizit als vegan bewerbe, stoße ich damit auch einen teil der potentiellen kunden ab, die sich mit dem begriff nicht identifizieren können. benenne ich meine gerichte aber klug, kann sicher auch ein expliziter fleischfan seine geschmacksknospen verwöhnen.
macht das sinn für euch? ich stimme für koexistenz und nicht für ideologiekampf!!
Den letzten Satz unterschreibe ich zu 100%. Das gilt nicht nur für den Innenraum sondern auch für das Thema Verbrenner & E-Auto. Sobald die Infrastruktur mal wirklich passt (Ich möchte jetzt nicht hören, "Dann muss man halt planen", das will ich eben nicht), dann ist das E-Auto ideal für einen Großteil der Fahrer. Viele Menschen haben sich schon zu sehr in ihre Lager zurückgezogen um noch einigermaßen unvoreingenommen über das Thema zu diskutieren, selbiges gilt beim Leder ja auch. (Ich nehme ich mich hier keinesfalls aus)
Ich würde nie ein Elektroauto per se ablehnen. Gäbe es eine elektrische S-Klasse im Gewand (innen & außen) des 222ers, mit 250km/h Höchstgeschwindigkeit und 400km Reichweite, dann würde ich wohl sehr schnell zugreifen. Ich möchte andererseits aber auch, dass es die Möglichkeit für Hersteller sportlicher Autos gibt, weiterhin emotionale, und auch durchaus lautere Fahrzeuge zu produzieren ohne auf Strich und Komma bei den CO2-Emissionen zu achten (65, echte 63, etc.)
Also mal ganz im Ernst gesprochen: Mir ist es doch nun wirklich egal, ob das vorher eine Kuh oder eine Bio-Sowiewas-Faser oder eine Rapsöl-turned-to-Brei-Masse ist? Das Material muss sinnvolle Eigenschaften für die Anwendung im Automobil haben: Langlebigkeit, Geschmeidigkeit, sehr gute Verarbeitungsfähigkeit, ein sehr schönes "Anfass-Gefühl"... neben vielen weiteren spezifischen Kriterien wie UV-, Farb- und Witterungsbeständigkeit.
Hier wird schon wieder absolutistisch über ein neuartiges Material geurteilt, dass noch niemand in der Hand hatte, geschweige denn über mehrere Jahre im Automobil erleben konnte. Um am Tisch zu bleiben: Ich verweigere im Restaurant auch nicht den Salat nur weil der ja "vegan" ist. Es lässt sich der Salat auch hervorragend mit Rind im Hauptgang kombinieren. Oder anders gesagt: Für mich würde nichts gegen einen V8-AMG mit einer gleichwertigen Leder Nappa-Alternative im Interieur sprechen.
"Hier wird schon wieder absolutistisch über ein neuartiges Material geurteilt, dass noch niemand in der Hand hatte, geschweige denn über mehrere Jahre im Automobil erleben konnte."
Viele von uns hatten mehr oder weniger schon einiges an Erfahrung mit den bisherigen Kunstledervarianten. Die Erfahrung gepaart mit persönlichen Präferenzen ergibt hier eine Extrapolation und Einstellung. Dass Kunstleder in der Vergangenheit Mängel in der Haltbarkeit unabhängig von der Pflege aufgezeigt hat, ist kein Geheimnis. Da schnitt ein hochwertiges Leder besser ab.
Wenn jemand kein Kunstleder haben möchte, dann sei es so. Manch einer möchte eben Kartoffelpüree, Gratin dauphinois, Garnelen oder einfach Pommes zum Rind. Einen Blindtest zwischen einem hochwertigen Leder und diesem neuen Produkt würde ich seeeehr begrüßen, dann könnte man halbwegs unvoreingenommen an die Sache rangehen!
Wenn der Aspekt der Probleme mit der Langlebigkeit behoben wurde und zusätzlich die Haptik und das Sitzgefühl eines hochwertigen Leders nachgemacht werden kann, dann freut mich das sehr stellt einen großen Schritt nach vorne dar.
Bei speziellen Modellen von Mercedes würde ich nach wie vor zum hochwertigsten Leder greifen (Manufaktur, etc.), weil ich vorausahne, dass echtes Leder vielleicht mal ganz verschwinden könnte (Analog zum V12).
Neudeutsch ausgedrückt: Am Ende sollte es halt einfach "geil" sein.
Da stimm ich zu! Geil soll es sein, vor allem länger als nur 7-8 Jahre!